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Überwindung der Reichweitenangst: Die Realität des Elektroauto-Fahrens

Als ich mitte 20 war sind meine Jungs und ich im Sommer regelmässig nach Biarritz gefahren. Abfahrt 19 Uhr nach der Arbeit, Ankunft im Morgengrauen, direkt ins Wasser.

Und klar, wir sind durchgefahren. Wir waren jung und wollten keine Zeit verschwenden. Einmal getankt an einer dunklen Tanke morgens um 4, Sandwich im Auto verdrückt, ganz schlechten Kafi getrunken, aber Hauptsache Kafi, zwischen Wetsuit und Surfbrett eingeklemmt. Das waren noch Zeiten. Unser Audi A4 Diesel war genau das richtige Auto dafür. Von Zürich bis nach Lyon durchgebrettert mit 150 auf der Autobahn.  Tanken, weiter gehts. Wer braucht schon eine Pause?  Manchmal musste einer pinkeln. Der Pannenstreifen hat gereicht. Meistens haben wir die Strecke in ca 10h geschafft.

Das ist etwa das einzige Szenario, wo ein Elektroauto nicht das Richtige ist bezüglich Reichweite. Die Realität ist eine andere. Oft höre ich von “Diesel-Dietern” dasss ihr Auto 1000km Reichweite hat und ich mit meinem Elektroauto einpacken kann. Also erstens, war ich selber über 20 Jahre Lang ein “Diesel-Dieter” und die versprochenen 1000km waren in der Realität vielleicht 700km. Und auch wenn? Wer fährt schon 700km am Stück ausser ein paar verrückte Surfer? Das Argument ist bescheuert. Die meisten Leute machen nach spätestens 3-4 h eine Pause. Man will was essen, was trinken und vor allem auf die Toilette, die Beine vertreten.

Praktisch jedes moderne Elektroauto hat mehr als genug Reichweite für die meisten Situationen und ich weiss, wovon ich Spreche.

Beispiel Skifahren: Wenn wir Ski fahren gehen fahren wir mit unserem Tesla ohne Probleme von Zürich nach Davos und zurück OHNE aufzuladen. Mit dem “alten” Audi E-Tron aus 2021 muss man einmal laden. Der neue E-Tron schafft es auch ohen Ladestopp. Mit dem Hyundai Ioniq 5 auch überhaupt kein Problem hin und zurück.

Wenn wir aber Skifahren im Engadin, dann halten wir einmal an. Aber nicht, weil wir laden müssen, sondern weil wir pinkeln müssen. Und während dem Pinkeln lädt das Auto an der Raststätte und füttert die Batterie mit 100km zusätzliche Reichweite in 5-7 Minuten! Und das beste daran: Man muss nicht daneben stehen. Man steckt einfach ein und läuft davon.

Beispiel Sommerferien: Wir waren mit dem Elektroauto in Italien, Spanien, Frankreich und Kroatien. Auch hier war der limitierende Faktor nie die Batterie, sondern die Blase oder der Magen. Wir sind von Zürich bis kurz nach Mailand durchgefahren und habe dort an einer Raststätte das Auto eingesteckt und zu Mittag gegessen. Ladestand der Batterie 17%. Als wir zurück kamen, war das Auto wieder bei 96% geladen.

Beispiel pendeln: Meine Frau arbeitet im Aargau. Ziemlich genau 30km von daheim., also 60km pro Tag. Und nein, wir haben keine Ladestation daheim. Die Realität ist die folgende. Bei dieser Strecke macht es Sinn, einmal pro Woche zu laden. Aber wo machen wir das? Hier die Antwort:

Version 1: Sie lädt beim Mittagessen. In der Nähe vom Büro meiner Frau ist ein Restaurant, das sie sehr gerne mag. Gleich 20m vom Restaurant entfernt steht eine Ladestation mit einer Leistung von 50kwh. Die meisten Batterien sind zwischen 70 und 100kw gross, heisst also die 100kw Batterie bräuchte 2h von 0-100. Nur ist ja eine Batterie selten bei 0% sondern eher bei 10-20 wenn man sie lädt. Konkret heisst das: Einstecken bei 10-20%, Essen gehen und wenn man zurück kommt, ist das Auto wieder voll geladen. Perfekt

Version 2: Beim Einkaufen. Bei uns in der Migros hat es eine Ladestation ebenfalls mit 50kwh Leistung. Wie alle anderen müssen auch wir einkaufen gehen und machen das oft nach der Arbeit. Also: Einstecken, Einkaufen gehen und zu einem deutlich höheren Ladestand zurückkehren. Vielleicht nicht gerade ganz voll, aber es reicht wieder für mehrere Tage pendeln.

So geht das in der Realität. Wer hat noch Angst vor der Reichweite?

Du willst mehr wissen, wir zeigen dir wie es geht!

Bild: Von Zürich nach Florenz ist nur ein Stopp nötig für den Tesla. Aber für mich sicher 2.

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